„I ruaf di on“

Schnell a Whatsapp schicken, grobe Streitigkeiten via Messenger klären, erste Liebesbeweise mithilfe von GIFS verschicken. Mit mir nit!
I bin und bleib a großer Fan vom klassischen Telefonieren.

In da Mittagspause gschwind de Mutti onruafn.
Wer mi kennt, was, doss i quasi imma im Kontakt mit meiner Mama bin. Sobald i irgendwo ankum, wohinfoa oda so, schreib i ihr. Egal, ob i 21 bin oda nit. Sogoa, wenn i um 6.32 vom Fuatgehn zruck kum, schreib i ihr des. Tochter-Mutter-Goal! Konn jemand mal meiner Mama sagen, dass des eigentlich NIEMAND macht und sie des schätzen sollte? Steh ma doch letztens in Paris und sogt mei Lieblingsdeutsche „Meine Eltern glab i wissen nit amal, doss wir do sein.“ Und i meiner Mutti schon längst erklärt, wos i in vier Monat am Sunntog nochn Essn tuan werd.
Deshalb gehören meine 20 Minuten Mittagspause, de i irgendwie so unregelmäßig und selten hab, in Frankreich gonz meiner Mutti. Um ihr gonz aufgeregt die neuesten Neugikeiten zu erklären. Um ihr zu dazelen, welches Kind wos geton hot. Um aus ihr ausazuquetschen, wos daham olles so los is. Um gossiptechnisch wieder auf den neuesten Stand zu kemen. Und i sog eich ans- Balsam für de Seele is des. Es klingt donn nit noch weiter Trennung und wenig Sehen, es klingt nach Daham und „wir sehen uns bold wieda.“
Da ihr Luadalen sia nit so drauf seids wie i, hobs a Aufgob von mir. Ruafts eia Mutti mol on. Frogs, wos los is. Dazelts ihr, wos ihr heit gessn hobs. Und sogs, doss ihr sie lieb habs. GO.

FaceTime-Sunday-Family-Date
Im Hause Bugelnig werden wohl selten olle 5 Köpfe und 4 Pfoten auf amol daham sein. Oba Sunntog am Nachmittag trifft man die Mehrheit bisi verschlafen oder verkartet auf der Couch. Und i bin live via FaceTime dabei. Donn wird gratscht, glocht, Bambina ihr Gsichtl ständig gezagt. Vati erklärt ma, doss di Mutti wos „komisches“ gekocht hot. Mutti dazelt, wie schlimm meine Gschwister sein. Seli is grantig, weil die Mutti des sogt. Und jo- da normale Wahnsinn, der ma obgeht oba donn a wieder nit. Der Haufen is holt liebenswert ❤ ❤ ❤ Standardfrage vom Vati: „Wos laft in Frankreich?“ Mein Standardantwort: „Fias.“ HAHAHAHAHAHA. Göttlich is a noch die Mama und ihre Gabe, des iPhone NICHT bedienen zu können. So dauerts mol 4 Minuten, bis sie 3 mol aufglegt hot und 29 mol die Kamera umgedraht hot, bis sie mir endlich ihr Gsichtl zagn konn. Du schoffst des bold fehlerfrei, Mutti ❤

BFF-Talk trotz 900 Kilometer Luftlinien-Trennung
Nach da Arbeit 36 Sprachmemos am Handy zu haben von da C. und donn noch a „Ruf mi später an“ bedeutet NOTSTAND. Also nix wie ran ans Telefon und ungefähr 2 Stund später mit Bauchweh, Tränen in den Augen und Dauergrinsen wieder auflegen. Um wos es eigentlich gangen is am Anfang? Keine Ahnung. Wir hom de Themen gewechseln über die verschiedenen Brotarten, de wahre Bedeutung von „past“ und diverse Rachepläne bei „Was wäre, wenn“- Situationen. Diese Pläne brauchen wir meistens e nit, weil es nie so weit kommt. Oda habt ihr schon mal a Date gehabt mit an Typen, sei Cousin is aufgetaucht, hat sich als der andere ausgegeben und weiß nun alles von dir und weiß, wie er di rumgregt? Na, gott sei donk wir a noch nit. Wenn doch, wir hätten an Racheplan, oda zwa.
Mir gehen so diese Mädelsnachmittage ab. Mit ungesundem Food, ein- zwei Gläser Wein, an Ausflug zum See, Musik hören, lachen, weinen pipapo. Übers Handy geht des aber leicht weg, denn sobald i ihr Stimme hör, vor allem die hohe quietschige direkt nach an Lachanfall, geht es ma gut.
Egal, wie depat da Tag war. Egal, ob es Problem jetzt a dummer Typ woa oda die anstrengende Kollegin oda doss wer zuviel Kartoffelspalten gessen hat, olles losst sich mit an Telefonat mit da Möchtegern-Psychologin Larissa klären.
„Du bist grod nit grantig auf den Bua. Du bist grantig auf di selba, jetzt tua nit ihm de Schuld gebn. Vergraul ihn nit, weil du di selba nit mogst, Maus. Des is echt nit fair…“ „BLABLABLABLA LARISSA DU HOST JO E RECHT.“
Sie is neidig auf di. Tua ihr nit weh, sie hot es schlimm genug. I bin froh, nit in ihrer Haut zu stecken.“
„MA SEI LEISE DU HOST E RECHT.“
„Du isst fost 1 Kilo Kartoffelspalten und host Bauchweh. Komisch, gregst fix lei deine Toge. Oda vielleicht sein so viele Mengen Erdäpfel doch nit so gscheid?“
C legt auf.
Spaß, sie würd nie auflegen, holt nit mit Obsicht.

Intelektuelle monatliche Gesprächsstunde mit Mr. Aquarius
Wahnsinn, du gregst sogoa an Plotz. Oba du liest des do jo olles sowieso nit. Weil des nit fair wäre und du ma mein kreativen Space losst.
I bin diesem Herrn echt mies gegenüber, seit 9 Joa oda so kennen wir uns. Hob i sei Nummer eingespeichert? Nö. Schreib i immer zeitgerecht (innerhalb vier Wochen) zurück? Nö. Oba er mog mi trotzdem, wir treffen uns dennoch, wenns die Zeit zulässt regelmäßig und ob und zua ruaf i doch von alan on. Oba die Wahrheit ist- Mr Aquarius ruft mi Montog on. Freitag noch amal. Woche drauf Dienstog heb i ob mit „OLTA WOS STRESST DU MI.“ Als hätt i immer so an Stress.
Wenn i von alan anruf oder beim 1. Mal abheb, is er sprachlos. Und i beginn das Gespräch mit an Monolog.
Nach knapp ana Stund hab i genug Aquarius ghabt und wimmel des Gespräch ab. Wir hern uns e bold, oda so.
Danoch merk i oba immer, wie guat es ma tuat. Mit an Mann zu reden, dessen IQ nit mei Gewichtszahl beträgt, der a „ordentlicher“ Student is und was wos oabeitn bedeutet. Der den Smalltalk überspringt und liaba glei onfongt mit „Du solltest da für die Zukunft des überlegen…“ oder „Letzte Woche is mir des passiert….“
Er is genau dieser kritische, ehrliche und kluge Mensch, den jeder im Leben braucht. I was nit, oba mir kumt oft vua, er was anfoch olles. Egal über welches Thema wir reden, er hot a Ohnung. Der da ungelogen sog, wos er von deiner Einstellung/Verhalten holtet. Obwohl zu mein Verhalten ihm gegenüber im Thema Verlässlichkeit schweigt er, vielleicht besser so. Sonst verlier i mein intelektuellen Gesprächspartner a noch.

Tägliche Gutenachtanrufe
Bisi wos romantisches zum Ende zuabe.
„Puppe, wie gehts dir?“ So beginnt mei B. jedn Abend, 4-7 mal die Woche, unser Gespräch. Jedes Mal will i sufuat auflegn. Er was des gonz genau und deshalb mocht er des a. „I ziag di jo lei auf.“ Damit hot er mi schon wieda. Donn red ma so zwischen drei und 80 Minuten über Gott und die Welt. Wieso er die Foab Gelb nit mog, wieso i Radiointerviews schrecklich find, wieso er den coolsten kleinen Bruder der Welt hat, wieso i später nach Wien will. Er braucht jemanden, der ihm vom Oabeitsstress obabringt. Hey it’s me. I brauch jemanden, der sowas wie a roter Faden in mein Alltag is. Hey it’s B. Es schenste is wohl, wenn er am Ende loslocht und frogt, wos er wohl ohne mi mocht. „Oba i bin nit ohne di. Also moch i ma kane Suagn.“ Is des liab? Oda kitischig? Wenn i wieda wos dazel, wos i gern tuan würd, es oba zu viel OBAS gibt, ziag er mi aufn Bodn. Frog, wieso i des nit mochen konn. Doss ma des zomm schon schoffn. Obwohl es so naiv is, von uns badn zu redn, tuat er es.
Irgendwie is de gonze Soche a bisi wackelig und schräg. Oba es tuat uns badn guat, darum gehts.
Und wer schloft nit bessa, wenn er dafua mit wem Liabs gredet hot?

 

Also befua ihr es nächste Mol wos depat long übers Handy diskutieren wollts per Emojis und Blabla, ruafts anfoch mol on. Geht schneller, es gibt weniger Verwirrung und hjo. Ruafts generell mehr die Leit wieda on. Is so viel cooler und schena. ❤ 

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